Menschen und Politik

Ist das ein Trend?

20. September: Susten gesperrt

23.04.2008 00:00

"Bescheiden" nennt der Verein Freipass seine Aktion, dass der Sustenpass am 20. September dieses Jahres für den Motorfahrzeugverkehr gesperrt wird. Das stimmt eigentlich. Andererseits: werden Passsperrungen eigentlich immer mehr zum Trend?


Kurve am Susten mit Blick ins Berner Oberland - der Susten ist einer der schönsten Pässe der Schweiz. Allerdings auch einer der gefährlichsten...

Wir kennen das: an einem schönen Wochenende im Sommer sind die schönsten Pässe der Schweiz knallvoll: Velofahrer, Wanderer, Postautos, Ausflügler und natürlich Motorradfahrer.

Die schwächsten Glieder in der Kette sind die Velofahrer. Sie keuchen zum Teil mit extrem tiefen Geschwindigkeiten von 10-20 km/h die Passtrassen hoch...und fühlen sich dabei logischerweise nicht wirklich im Veloparadies: Abgase von den Motorfahrzeugen, Lärm, enges Passieren des Velos etc.

Verein Freipass

Der Verein Freipass (siehe Link) setzt sich nun dafür ein, dass gewisse Pässe im Jahr für den motorisierten Verkehr gesperrt werden. Dagegen ist im Prinzip nichts zu sagen: ein Tag pro Saison kann der motorisierte Verkehr locker auf den Susten verzichten. Problematischer wird es, wenn Bestrebungen in den Gang kommen, mehrere Pässe zu sperren. Der Albula wurde beispielsweise schon letztes Jahr gesperrt, die Organisation "Slow-Up" setzte sich dafür ein. Auch dieses Jahr, wird der Albula gesperrt, und zwar für die "Kampf-Wanderer" am 2. September 2008.

Die Öko- und Sport-Bewegungen scheinen sich mittlerweile darum zu balgen, wer wo den Strassenverkehr in "seine Schranken" weisen darf...eine eher bedenkliche Entwicklung. Denn mit Hilfe der "Moralkeule Klimawandel", die inzwischen oft und gerne angewendet wird, lässt sich auf die Dauer auch die hartnäckigste Behörde weichklopfen...

Wirtschaflich sind die Velofahrer eher unbedeutend

Darum: ein Pass pro Saison mit Streckensperrung sehen wir als ok an....zumal nicht einmal für die betroffenen Gemeinden viel dabei herausspringen wird: 4500 Velofahrer (wie am Albula) sind zwar eine nicht zu verachtende Konsumentenmenge...aber ein so gewaltigen Umsatz dürften die auch nicht bringen (zum Vergleich: an normalen Sommer-Wochenenden fahren bis zu 6000 motorisierte Fahrzeuge über den Susten).

Zudem dürften sich vermutlich viele Velofahrer selbst versorgen - im Gegensatz zum Beispiel zu den Motorradfahrern, bei denen das gute Restaurant-Mittagessen mit Schnitzel+Pommes einfach zum Ausflug dazugehört....

Man lese dazu auch den guten Arktikel im Berner Oberländer vom 23. April 2008. Link dazu...

Pass nur für Töfffahrer?

Und des weiteren wollen wir noch etwas zu bedenken geben: Passsperrung für Velofahrer? Ok, wenn es sein muss...aber wie wäre es eigentlich, wenn man zum Ausgleich einmal eine Passstrecke nur für Töffahrer freigeben würde?

Wirtschaftsfaktor Velofahrer? Wie wäre es, wenn man auch einmal anerkennen würde, dass die Motorradfaher viel Geld in die Bergregionen tragen? Fotos vom Passrestaurant auf dem Susten 2007:

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