Menschen und Politik

40 Jahre Hanspeter «Hämpu» Bolliger im Motorrad-Rennsport

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg

27.01.2016 00:00 (ff/br)

Hanspeter «Hämpu» Bolliger zählt zu den charismatischsten Personen der Schweizer Motorrad-Rennsportszene. Er gilt als Endurance-Urgestein, sass anfangs selber im Sattel und tritt seit 1993 als Teamchef auf. Wir blicken mit ihm zusammen zurück auf seine 40 Jahre im Rennsport.


Hanspeter «Hämpu» Bolligerschickt Horst Saiger in dielange Nacht von Le Mans. DasMedieninteresse ist gross. (Für mehr Bilder klicken)

Die Boxentafel ignoriert

So kommt zu den Langstreckenrennen das Roadracing hinzu. Die Krönung sollte 1992 kommen: Von den 24-Stunden-Klassikern über die TT, die Northwest 200 und den Ulster-GP bis zu zahlreichen weiteren Rennen – seine Agenda ist ganz schön voll. Er will alles fahren, um Ende Saison im Einklang mit sich selber aufzuhören. Doch nach einem harmlosen Sturz bei einem Training in Monza (I) kommt alles anders. Er bricht sich das Fersenbein rechts und eine Spitalinfektion fesselt ihn monatelang ans Krankenbett, die Amputation droht. So sitzt er erst im Herbst beim Bol d’Or in Le Castellet (F) wieder im Sattel. Er hat sich für dieses Rennen minutiös vorbereitet, hat trainiert und will für sich wissen, ob es noch geht mit Fahren. Obwohl der Fuss noch nicht zufriedenstellend verheilt ist, stimmen die Rundenzeiten. Das ist die Bestätigung für ihn, dass er immer noch zur Liga der Schnellsten gehört. Beim Nachttraining lässt er eine Bombe platzen. Jeder der vier Piloten sollte vier Runden am Stück abspulen, doch Hämpu bleibt fünf Runden draussen. «Hast du die Boxentafel nicht gesehen?», fragen ihn die verdutzten Teamkollegen. «Doch, die habe ich gesehen, aber ich wollte die lange Mistralgerade noch einmal geniessen. Giele, das wars, merci vielmals, ich höre auf als aktiver Rennfahrer», lässt er seine Kameraden wissen, die ihren Ohren nicht trauen. Am nächsten Tag fährt er im zweiten Zeittraining nochmals, um in der Wertung zu sein, damit er schlimmstenfalls als Ersatzfahrer einspringen könnte. Seitdem ist er nie mehr auf einer Rennstrecke gefahren, ausser 2005 in Anneau du Rhin (F), als MSS seine Endurance-Kawasaki mit der Standard ZX-10R verglich.

 

Teil 1
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg
Teil 2
Rasenrennen statt Kirche

Teil 3
Zollpapiere? Slicks? Was ist das?
Teil 4
Surfbrett ohne Wasser
Teil 5
Grossmutters Keller als Werkstatt
Teil 6
Der erste neue Töff
Teil 7
Die Ursprünge des Team Bolliger Switzerland
Teil 8
Jetzt gehts auf die Insel
Teil 9
Die Boxentafel ignoriert
Teil 10
Das Team Bolliger Switzerland wird zur festen Grösse
Teil 11
Bubentraum Kawasaki 750 H2
Teil 12
Steckbrief HANSPETER «HÄMPU» BOLLIGER

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