Auf Achse

Motorradreise - Mallorca (E)

Motoristisches Noviziat

20.10.2015 00:00 (van Dam/br)

Auf Mallorca spricht man Deutsch. Das ist jedenfalls die Gemeinsprache in der Ferienkolonie Colonia de Sant Jordi. Familien geniessen hier 30 km lange Sandstrände, Natur pur à la Karibik. Die Verlockung ist gross, aber die Black Beauty auf dem Parkplatz siegt letztlich über Sonne, Meer und Strand.


Panoramische Aussicht amCap de Formentor auf Meerund Berge. (Für mehr Bilder klicken)

Wieder bleibt beim Ausblick die Luft weg

Also auf zum nächsten Kloster. Nach herrlichem Herumgondeln der Küste entlang, mit wieder akuter Atemnot beim Ausblick von Porto Cristo, wähle ich an Felanitx vorbei die MA-4011 Richtung Monestir de Sant Salvador. Den Berg mit dem Kloster oben drauf kann man aus der Ebene kommend gut sehen und nicht verfehlen. Für noch mehr Deutlichkeit sorgen ein übergrosses Kreuz und eine Christusstatue direkt daneben. Nette Jungs, die mallorquinischen Strassenbauer. Die Reihe Serpentinen zum Kloster hoch misst zwar nur die Hälfte jener der MA-3333 nach Betlem, aber auch dafür würde ich sofort dem Orden beitreten. Nur eine Bedingung hätte ich: Die Meute von Radfahrern sollte vom Asphalt verbannt werden. Aber da habe ich ehrlich gesagt wenig Hoffnung, denn an den Klostermauern hängen nebst Heiligenbildern eingerahmte Shirts mit Unterschriften von Radfahrern mit A-Status. Da hätte wohl selbst der Papst Mühe, die Radpilger von dieser Strasse zu exkommunizieren. Eine schöne Tasse Kaffee bringt Trost. Weil ich sowieso grade in der Nähe bin, fahre ich noch bei den Motorradvermietern von Mallorquin Bikes vorbei. Das Geschäft betreiben die beiden Deutschen Anke, schon 27 Jahre auf Mallorca, und Johannes, der 13 Jahre später hinzukam. Hier sei eben jeder willkommen, sagen sie, auch besagte Radfahrer. Diese würden grob gerechnet massenhaft ab Februar bis Ende April die Baleareninsel heimsuchen, danach würde es ihnen zu heiss. Motorradfahrer könnten die Baleareninsel aber an 365 Tagen im Jahr geniessen. Dafür stehen ihnen bei Mallorquin Bikes mehr als 50 Strassen- und Geländemaschinen zur Verfügung, inklusive Motorradklamotten, Helme usw. Wie mir meine BMW F 650 GS gefalle, fragen sie mich. «Ganz gut», antworte ich, «in den Serpentinen des Gebirges ist so eine leichte Maschine viel handlicher als eine schwere 1200er GS», verkünde ich weise. Johannes denkt sich seinen Teil dazu. Er sieht natürlich, wie ich auf seine Adventure mit Sonderausstattung schiele. «120 000 Kilometer auf dem Buckel, alles auf Mallorca gefahren», sagt er trocken dazu. Und davon wohl keine 10 km im Berufsverkehr, Stau oder Regen, denke ich neidisch.

 

Teil 1
Motoristisches Noviziat
Teil 2
Mallorca heisst alle willkommen

Teil 3
Wieder bleibt beim Ausblick die Luft weg
Teil 4
Insel mit Magnetwirkung
Teil 5
Ab ins Hinterland
Teil 6
Am äussersten Zipfel Mallorcas
Teil 7
Reise-Info
Teil 8
Unser Reisender

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