Auf Achse

Knastbros Travel Weltreise

11. Woche: Kasachstan - Kirgistan (Teil 1)

16.07.2016 07:32 (bb/bb)

Nach den Tagen in Schymkent ist auch unsere Zeit in Kasachstan abgelaufen und wir fahren über die Grenze nach Kirgistan. Dieser Grenzübertritt ist einer der einfachsten, den wir bisher erlebt haben: Der Zöllner nimmt nur schnell unsere Pässe und die Fahrzeugausweise entgegen und verschwindet im Büro. Nach fünf Minuten kommt er zurück, händigt uns unsere Papiere aus und gibt uns per Handzeichen zu verstehen, dass wir weiterfahren können.


Barskoon, südlich vom Yssykköl-See. (Für mehr Bilder klicken)

Aber schon nach fünf Kilometern werden wir von der Polizei gestoppt: Wir sollen wieder einmal zu schnell gefahren sein... Wir sehen uns die Fotos auf der Radarpistole an. Es handelt sich um eine Überschreitung von 3 km/h. Die Polizisten verlangen für dieses kleine Vergehen 200 US-Dollar, was in etwa einem durchschnittlichen Monatslohn in Kirgistan entspricht. Wir sind also sicherlich nicht bereit, diese Busse zu bezahlen. Nach längerer Diskussion handeln wir den Preis auf 1000 Tenge runter, das sind umgerechnet 2 Franken.

 

Nach der Verhandlung fahren wir weiter bis nach Bischkek. Bischkek ist die Hauptstadt von Kirgistan und hat 5,5 Mio. Einwohner. Wir verbringen zwei Nächte im Sakura Guesthouse. Bischkek hat eigentlich nicht viel zu bieten ausser einigen Statuen aus der Zeit der Sowjet Union. Unsere Fahrt geht weiter zum Issykul-See, dem grössten See in Kirgistan. In Cholpon-Ata finden wir einen schönen Campingplatz direkt am See. Wir planen nur eine kurze Mittagspause in Karakol, aber als wir dort in einem Restaurant sitzen, spricht uns eine Holländerin an, die auch mit dem Motorrad reist und mehr oder weniger die gleiche Route auf dem Programm hat wie wir.

 

Sie logiere in einem coolen Hostel in Karakol, erzählt sie uns. Kurzentschlossen planen wir um und checken im gleichen Hostel ein. Wir dürfen unser Zelt im Garten aufstellen, denn bekanntlich schläft es sich am besten in den eigenen vier Wänden. Am ersten Abend im Hostel lernen wir Madeleine kennen. Sie arbeitet seit zwei Monaten in einem Kindergarten mit behinderten Kindern im Nachbardorf. Am nächsten Tag ruft sie uns an und fragt: „Habt ihr nicht Lust, eure Motorräder im Kindergarten zu zeigen?“

 

Da wir ja keine Termine haben, fahren wir am nächsten Tag zum Kindergarten. Da die meisten Kinder noch nie solche Maschinen von nahe gesehen haben, wird zuerst nur geschaut. Schnell verschwindet aber die anfängliche Zurückhaltung, und sie können sich fast nicht mehr von den Töff trennen. Sie klettern auf die Motorräder und haben sichtlich Freude daran. Mit vereinten Kräften können wir es allen Kindern ermöglichen, einmal auf einem Motorrad zu sitzen - egal ob sie an Trisomie 21, Autismus oder an einer Gehbehinderung leiden.

 

Am nächsten Tag geht unsere Reise weiter zum Pereval Suyek Pass: die Passhöhe liegt 3819 m.ü.M. Einen so hohen Pass sucht man bei uns vergeblich. Eine schöne Schotterstrasse führt hinauf. Das einzige Störende sind die grossen Lkw, die uns von der Goldmine her entgegenkommen. Wenn so ein 40-Tönner an einem vorbeirauscht, muss man einen Moment warten, bis man wieder etwas sehen kann und sich der Staub gelegt hat. Auf der Passhöhe angekommen, müssen wir die gleiche Strasse wieder hinunterfahren, weil der Weg nur bis zur Goldmine führt.

 

Die folgende Nacht verbringen wir in Barskon, einer kleinen Ortschaft. Hier bietet eine Organisation Pferde-Trekkings an. Im Garten ihrer kleinen Unterkunft können wir unser Zelt aufstellen. Hier kommen wir beim Abendessen das erste Mal in den Genuss von lokalen Speisen: Zur Vorspeise gibt es eine traditionelle Gemüsesuppe, zum Hauptgang Teigtaschen, die mit Hackfleisch und Zwiebeln gefüllt sind, und zum Dessert ein Konfi-Brot.

 

Tags darauf fahren wir weiter zu einem kleinen Salzsee, nicht weit vom Issykul-See entfernt. Das Wasser enthält so viel Salz, dass man sich einfach aufs Wasser legen kann, ohne unterzugehen. So geht auch diese Woche glücklich zu Ende.

 

Über Berni und Kevin

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