Auf Achse

KnastBros Travel - Weltreise

18. Woche: Iran (Teil 2)

14.09.2016 08:45 (bb/bb)

Kevin und Berni verlassen Maschhad in Richtung Teheran. In der Stadt Bodschnur legen sie einen Halt ein, weil schon vor etwa zwei Monaten jemand auf Facebook geschrieben hat, dass sie sich bei der Ankunft im Iran bei ihm melden sollten.

Nach der Kaffee-Einladung kommen wir in den Genuss einer Stadtführung und können unser Zelt im Garten unseres Gastgebers aufstellen. Am nächsten Morgen geht die Reise weiter zur Küste des Kaspischen Meers. Aber das Strandleben ist bei weitem nicht das Gleiche wie bei uns im Westen: Alle Frauen müssen ein Kopftuch tragen und dürfen nur mit langen Kleidern ins Wasser gehen. Die Männer müssen ein T-Shirt tragen.

 

Bald finden wir einen Campingplatz direkt am Strand. Am Abend bemerken wir, dass die Gabelsimmerringe kaputt sind und Öl aus der Gabel austritt. Aber wir sind ja schon bald in Teheran. Am Morgen geht dann die Reise weiter Richtung Hauptstadt. Hier ist der Verkehr wirklich total verrückt, und wir müssen viel Zeit einrechnen, um von A nach B zu gelangen. Deshalb fahren wir zuerst zu einem KTM-Händler, um neue Simmerringe zu bestellen. Zu unserer Überraschung ist die Bestellung von KTM-Teilen gar kein Problem, und die Preise sind mehr oder weniger gleich wie bei uns.

 

Im Shop lernen wir Soheil kennen, der uns gleich an eine Party einlädt. Unter einer iranischen Party können wir uns zuerst nichts vorstellen, weil das Trinken von Alkohol ja verboten ist und alle Frauen ein Kopftuch tragen müssen. Wieder einmal werden wir eines Besseren belehrt. Die Party findet bei Soheil zu Hause statt. Es wird getrunken und getanzt, und die Frauen sind gekleidet wie in europäischen Ländern. Sobald sie aber das Haus verlassen, wird das Kopftuch angezogen.

 

Tags darauf machen wir mit Soheil und seinen Freunden eine Ausfahrt mit dem Motorrad in der Stadt und gehen noch essen. Das meist verbreitete Essen im Iran ist Kebab. Wer sich jetzt aber einen Döner Kebab wie bei uns vorstellt, der liegt falsch. Hier versteht man unter einem Kebab einen Fleischspiess mit Reis, Brot und Joghurt. Dieser schmeckt aber sehr lecker, und man weiss, was man bekommt.

 

Am Sonntag machen wir uns wieder auf den Weg zum KTM- Shop, um die defekten Gabelsimmerringe zu ersetzen. In den muslimischen Ländern ist der Sonntag ein ganz normaler Arbeitstag. Der Freitag ist hingegen ein Feiertag, und alles ist geschlossen. Wir können die Reparatur selber ausführen, was uns auch lieber ist, denn die iranischen Mechaniker haben wenig Erfahrung mit grossen Motorrädern. So ersetzen wir die Simmerringe und fünf einheimische Mechaniker schauen die ganze Zeit zu. Diese Situation erinnert stark an die Lehrabschlussprüfung… Nach zwei Stunden ist die Vorstellung vorbei und das Motorrad wieder zusammengesetzt.

 

Über Berni und Kevin

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