Auf Achse

Toskana & Latium

Florenz — Rom einfach bitte

31.05.2017 15:27 (dc/ps)

Bei einer Reise durch die landschaftlich vielseitigste und ­bezüglich Kultur­schätzen und Gastronomie reichste ­Region Italiens kann man nicht viel falsch machen.

Denn egal, welche Stras­­se man mit dem Töff in der Toscana einschlägt, die ­Szenerie, die sich vor einem auftut, ist in puncto Natur- spektakel, Strassenverlauf sowie historischer Relevanz kaum zu übertreffen. Nicht von ungefähr sind diese 23 000 km2 fruchtbarster Erde, die westlich vom ­Mittelmeer erfrischt und östlich vom Apennin abgestützt werden, immer ­wieder Kulisse für Film­produktionen.


Zwei Tage oder zwei Wochen

 

Für unsere Toscanatour haben wir uns den Abschnitt von Florenz nach Rom ausgesucht. Um die lange Anreise auf eigener Achse zu umgehen, mieten wir am Flughafen von Florenz zwei Bikes von Harley-­Davidson und starten unseren Tripp südlich der Stadt am Arno, die als Wiege der Renaissance bekannt ist und allein schon wegen ­ihrer unzähligen Kulturschätze und Museen nach einem Zwei-Wochen-­Urlaub schreit. Bereits nach wenigen Kilometern zeigt sich die Toskana im Chianti-Gebiet, von wo der gleichnamige, weltberühmte Wein stammt, von einer ihrer schönsten Seiten. Kurz vor Greve in Chianti macht sich auf ­einem Hügel ein mächtiger mittelalterlicher Turm bemerkbar, und wir beschliessen, dem dazugehörigen und um das Jahr 1400 erbauten Castello Vicchiomaggio ­einen Besuch abzustatten.

Siena, eine Stadt, die viel zu bieten hat, umfahren wir auf der Schnellstrasse und verlassen sie bei Asciano. Die nächsten 200 km gehören zum Schönsten, was man auf dem Bike erleben kann: pittoreske Landschaften, saftige Mittelmeer- Vegetation, bezaubernde Gerüche, geniale Strassen. Gönnen sollte man sich die 160 km lange Runde von Montepulciano über Montalcino und San Quirico d’Orcia zurück nach Montepulciano. Der Kurvenanteil ist nicht von schlechten ­Eltern …


Willkommen im Latium

 

Nördlich von Acquapendente verlassen wir die Toskana. Kaum ist die Grenze zur Region Latium passiert, verschlechtert sich der Asphaltzustand merklich, und die Gegend ist auch nicht mehr ganz so schön. Nur wenige Kilometer weiter steuern wir die Ufer des Lago di Bolsena an, eines ­gigantischen, nahezu kreisrunden Sees vulkanischen Ursprungs. Die verbleibenden Kilometer bis Rom könnten auf hübschen Nebenstrassen zurückgelegt werden, Übernachtungsmöglichkeiten gibt es ab Bolsena vom Zeltplatz bis zum Sternehotel zur Genüge. Wir steuern infolge Zeitdrucks die Autobahn an und erreichen nach langweiliger Fahrt spätabends die ewige Stadt.

Für Florenz – Rom sind also sicher mindestens zwei Tage einzuplanen. Wer genügend Zeit mitbringt, kann ab Bolsena alternativ gemütlich über Viterbo und den Lago di Bracciano nach Rom gelangen. Generell haben wir die vorliegende Reise so angelegt, dass sie immer wieder Abstecher in den östlich gelegenen Apennin ermöglicht. Besonders empfehlenswert sind östlich von Arezzo die Pässe von Sansepolcro nach Urbino in die Region Marken (Bocca Trabaria) und zurück von Acqualagna nach Città di Cas­tello (Bocca Serriola).

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