Auf Achse

Alb-Traum

Baden-Württemberg (D)

05.12.2017 16:49 (mk/ps)

Gelegen zwischen Stuttgart und dem Bodensee bietet die Schwäbische Alb alles für individuelle Kurztripps: unterschiedliche Strassen, Töfftouren in allen Schwierigkeitsgraden, Burgen und Schlösser, Geschichte zum hautnah Erleben und Kulturveranstaltungen.


Romantisch: der Marktplatz von Bad Urach. (Für mehr Bilder klicken)

In flachen Tälern durchziehen Bäche und kleine Flüsse eine bisweilen steppenhafte Hochlandschaft zwischen Donau und Neckar. Die schroffen Kanten, der Albtrauf, die Hoch­flächen, die erloschenen ­Vulkane oder die steil ein­gesenkten Flusstäler im ­Süden bilden eine Vielzahl an Landschaftsformen. Sie werden von Strassen von höchst unterschied­licher Beschaffenheit durchzogen, die jedoch ­eines gemeinsam haben: Sie sind ideale Motorradstrecken. Denn auf der Alb schwingt es sich zügig und doch entspannt über die Hochflächen und durch die zahlreichen pittoresken Täler. Weite Kurven, die zugleich so lang gezogen sind, dass der Ausgang vom Eingang her nicht zu sehen ist, Kalkfelsen wie im Jura und bewaldete Hänge stehen hier schier endlos dyna­misch-­schief im Blickfeld.

 

Anhaltende Schräglagen in den Tälern, Serpentinen auf den Steigen, im Wechsel mit entspannenden Schwüngen auf den Hochebenen sorgen für wohliges Kribbeln und Spannung. Kurz: Die Alb ist eine Via-sicura-freie Zone vor unserer Haustür – eine Zone, die noch Landstras­sentempi zulässt, die diesen Namen verdienen. «Rau, aber herzlich», so definieren sich die Einheimischen, die «Älbler», selbst. «Verbohrt und stur», sagen die anderen – «d’Schduagadr» (Stuttgarter), die Städter, die nördlich des Albtraufs wohnen. Und die sind auf der Alb etwa so beliebt wie das Grossstadtvolk im Kanton Appenzell. «Du Schduagadr» ist in manchen Gegenden der Alb sogar ein Schimpfwort.

 

An Eigenheiten und auch an Sehenswürdigkeiten mangelt es der Alb also nicht. So kann man fahrerisch und kulturell, je nach eigenem Geschmack, eine wirklich abwechslungsreiche, schöne Motorradtour ­gestalten.

 

Für Entdecker

Die Alb ist ein Eldorado für Entdecker. Es gibt jede Menge Burgruinen, wehrhafte Gemäuer und Klöster. Auch Höhlen bietet die Alb in grosser Zahl. Der Unterbau der Alblandschaft ­besteht nämlich wie der Schweizer Jura aus porösem Kalkstein, der vor 150 Mio. Jahren in einem grossen Meer zur Ablagerung kam und seither ausgewaschen wird. Die bekanntesten Höhlen der Alb befinden sich am Streckenrand dieses Tourenvorschlags in der Nähe von Reutlingen: die Nebel- und die Bärenhöhle. Mit 320 m Gesamtlänge eröffnet die Nebelhöhle dem Besucher eine fantastische Welt von Tropfsteingebilden, den sogenannten Stalaktiten und Stalagmiten.

 

Apropos: Wer Nebelhöhle sagt, muss auch Schloss Lichtenstein sagen. Seine Bauweise und Lage auf ­einem schroffen, aus dem Wald über das Echaztal aufragenden Felsen ist aufregend schön. Die Innenräume bergen sehenswerte Kunstschätze. Von 1373 bis 1438 pflegten die Ritter zu Lichtenstein Beziehungen in die Schweiz. Viele Orte in der Umgebung waren bis 1694 im Besitz des Bistums Chur. Auch kulinarisch ist hier alles im grünen Bereich: Im angrenzenden Forsthaus mit Luxusblick hinab ins Echaztal oder beim «Maultaschenwirt» an der Nebelhöhle können schwäbische Spezialitäten geordert werden.

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