Menschen und Politik

Harter Franken – hartes Business

In der Schweiz zum Händler? Jetzt erst recht!

18.03.2015 00:00 (hp/br)

Nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses haben die Importeure und Händler reagiert, um das Geschäft nicht an den ausländischen Detailhandel zu verlieren. Nun sind Motorräder in der Schweiz so günstig wie nie. Darum ist jetzt der allerbeste Moment für einen neuen Töff.


In der Schweiz zum Händler?Jetzt erst recht! (Für mehr Bilder klicken)

Zweiradbranche stellt sich der Herausforderung

Importeure und Handel setzten 2014 in der Schweiz 44 724 neue Motorräder und Roller ab. Bei einem Durchschnittsverkaufspreis von 15 000 Franken pro Töff und 4000 Franken pro Roller generierten die Neuverkäufe einen Umsatz von 435 Mio. Franken, der Verkauf von Occasionsfahrzeugen zusätzliche 160 Mio. Der Umsatz aus Service- und Reparaturarbeiten, Handel und Verkauf von Ersatzteilen, Zubehör und Bekleidung betrug 400 Mio. Franken, rund 40 % des Gesamtumsatzes von einer Milliarde Franken (Quelle: Importeureverband motosuisse.ch). Die Branche bietet und sichert 6000 Menschen in der Schweiz ihren Arbeitsplatz, 1000 davon sind Ausbildungsplätze für Lehrlinge. Im einzelnen Händlerbetrieb arbeiten zwischen 2 und 30 Personen, bei den Importeuren schwankt die Zahl zwischen 5 und 60 Beschäftigten pro Firma. Sind diese Arbeitsplätze nun bedroht?

Besonders betroffen sind Händler in Grenznähe, wie etwa Cesini, dessen Geschäft 2 km von der Grenze nach Deutschland entfernt ist. Er gibt sich überraschend entspannt: «Es wird immer Leute geben, die ins Ausland pilgern, um einzukaufen, das betrifft alle Branchen. Vier Kilometer von hier, in Gailingen, findest du alle deutschen Grossverteiler, Lidl, Aldi, Kik, deren Hauptkundschaft sind Schweizer. Wir haben unsere Preise längst an Deutschland und auch dem Internet angeglichen, da sind wir gut aufgestellt.» Auf die Frage, ob die Kunden nun Wartung und Reparaturen vermehrt in Deutschland machen lassen würden, erwidert er: «Bei meinen Marken beobachte ich das bisher kaum. Aber wenn einer auch bei den Inspektionskosten sparen will, dann soll er halt. Wenn ich da die Preise senken wollte, müsste ich den Stundenansatz der Werkstatt reduzieren. Das würde bedeuten, dass ich die Löhne der Mitarbeiter senken müsste. Das will ich auf keinen Fall!»

 

Teil 1
In der Schweiz zum Händler? Jetzt erst recht!
Teil 2
Für die einen schlimm, für die anderen schlimmer

Teil 3
Hätte man ...
Teil 4
Zweiradbranche stellt sich der Herausforderung
Teil 5
Auch der Kunde ist betroffen
Teil 6
Optimistisch in die Zukunft
Teil 7
Privatmarkt teilweise unschlüssig

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